Kampenwand-Hochplatten-Runde

„I gang so gern auf’d Kampenwand, wenn i mit meiner Wamp’n kannt“. Wer kennt das alte Sprichwort bei uns nicht.
Wer wirklich auf Grund seines korpulenten Vorbaus nicht zu Fuß auf die Kampenwand kommt, auch kein Problem, der besteigt einfach die Seilbahn, die Scharen an Glapperlgehern von Aschau aus bequem hinauf bringt.
Für uns einer der Hauptgründe warum wir selten auf der Kampenwand sind. Aber nach Ende der Ferienzeit wenn es Richtung Herbst/Winter geht, gibt es ein Zauberwort das auch Seilbahngipfel zu interessanten Zielen macht: Revisionsarbeiten.

Genau das wollten wir bei traumhaftem Wetter (was in 12 Dog is scho Weihnachten?!) ausnutzen und so gings zum Startpunkt unserer Tour heute nach Schleching, genauer gesagt in die Mühlau.
Vom Wanderparkplatz aus gehen sowohl Wege auf die Kampenwand als auch auf die Hochplatte, also der perfekte Ausgangspunkt zu einer kleinen Rundtour.
Auch zur Hauptsaison ist der Weg von Mühlau auf die Kampenwand wenig begangen und eine schöne Alternative zum überlaufenen Aufstieg von Aschau.
Vom Parkplatz aus folgen wir den Wanderschildern in Richtung Steinbergalm/Kampenwand. Nach ca 1,8 km verlassen wir die Forststraße nach rechts in den Wald und stehen erstmal vor verschlossenen Toren. Hier ist ein Wildschutzgebiet und in den Wintermonaten ist das betreten verboten.

Kampenwand, Hochplatte, Aschau, Chiemsee, Trailrunning, aufe und obe, Piesenauer Hochalm

Was nun? Man hat 3 Möglichkeiten:
1. Die Tour vor dem 15.10 gehen
2. Bis zur Steinbergalm auf der Forstsraße bleiben
3. Einen Weg außen rum durchs Dickicht suchen
Für uns kommt natürlich nur eine Möglichkeit in Frage und so finden wir nach kurzer Zeit wieder auf den Waldweg zurück. Das Zweite Tor zum Wildschutzgebiet war im übrigen offen, na ja…

Nach dem wunderschönen Waldweg gehts unterhalb der Steinbergalm nochmal ein kurzes Stück Forststraße entlang. Ab hier (auf ca. 1100 m) gibt es den ersten Schneekontakt.

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Wir folgen der steilen Wiese hinter der Steinbergalm aufwärts. Es liegt zwar nicht viel Schnee, aber der macht die Wiese ordentlich matschig. Ein grobes Schuhprofil wäre heute definitiv von Vorteil.

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Oben angekommen kann einen an einem Tag im August schon mal der Schlag treffen, da sich hier die Bergstation der Seilbahn befindet. Aber heute nicht! Wir sind mutterseelenalleine, was hier oben schon Seltenheitswert hat.
Wir folgen jetzt dem Weg rechts in Richtung Steinlingalm. Die Schneehöhe ist noch laufbar und beträgt maximal 10-15cm.
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Bei der Steinlingalm verlassen wir den Wanderweg und folgen dem, im Sommer schon etwas rutschigen Weg, in Richtung Gipfel. An einer Stelle haben wir ernsthafte Schwierigkeiten weiter zu kommen. Ca. 5 cm Schnee auf blankem Eis machen ein Weiterkommen ziemlich schwierig und nicht ganz ungefährlich. Ohne Stöcke, Pickel oder Grödeln ist das kein Spaß, aber irgendwie kommen wir dann doch drüber. Zwei andere Bergsteiger, die wir später vom Gipfel aus beobachten, brechen an dieser Stelle ab.

Jetzt geht es in den Felsen des Kammes sehr schön weiter in Richtung Gipfel.
Auf Stein ist das Weiterkommen eigentlich nicht anders als im Sommer ohne Schnee. Aufpassen muss man hier jedoch immer, da die Felsen ,aufgrund des gewöhnlichen Ansturms der Menschenmassen, extrem speckig und daher sehr rutschig sind.
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Nach etwa 1:45 h stehen wir auf dem Ostgipfel der Kampenwand (1664 m), der mit dem 12 Meter hohen Chiemgaukreuz auch aus der Ferne deutlich auszumachen ist.

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Wir sind nach wie vor ganz alleine, machen ein paar Fotos, essen was und machen uns dann auf den Weiterweg. Gleich unterhalb des Gipfels zweigt nach rechts ein seilversicherter Steig ab. Hier geht es einen etwa 15 m hohen Kamin hinab, in dem man angesichts des Schnees und der rutschigen Felsen die angebrachten Seile gerne als Abstiegshilfe verwendet. Unten angekommen gehts auf tollen Trails immer in Richtung Hochplatte/Piesenhausener Hochalm (1360 m) weiter.
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Kurz nach der Piesenhausener Hochalm geht es zum Zweiten Anstieg des Tages hinauf auf die Hochplatte (1586 m). Wir steigen über den Hang weglos hinauf und treffen oben am Rücken wieder auf den Wanderweg. 5 Minuten später stehen wir am Gipfel, wieder alleine.
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Nach einer kurzen Pause folgen wir dem schmalen Pfad, der in die Latschen hinab Richtung Süden führt. Im oberen Teil ist Vorsicht geboten, es is extrem matschig und rutschig. Später wird aber aus der Schlammschlacht ein hammermäßiger Trail zur Oberauerbrunstalm hinab.
Auf halben Weg kommen wir noch an einem „Gipfel“ vorbei, zumindest an einem Gipfelbuch. Es ist in einem Kasten verstaut, der an einem abgestorbenen Baum angebracht wurde.
Der „Gipfel“ heißt Luchs und ist 1230 m hoch. Wenn schon ein Gipfelbuch da ist, tragen wir uns auch ein. Danach gehts flott weiter, hinab zur Oberauerbrunstalm.

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Hier folgen wir den Wegweisern hinter der Alm in Richtung Mühlau. Auf tollen Wegen geht es in ca 20 min hinab zum heutigen Ausgangspunkt.
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Fazit: Ohne den Seilbahnwahnsinn a richtig geile Tour!

Distanz/Zeit mit vielen Fotopausen/reine Laufzeit/Höhenmeter:
ca. 15 km/3:50 h/2:45 h/ca. 1450

GPS-Track zu Kampenwand-Hochplatten-Runde


3 Gedanken zu “Kampenwand-Hochplatten-Runde

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