Hochkalter Überschreitung oder wieviel geht an einem Gleitvormittag

Leider war in den letzten schönen Tagen dieser Woche arbeitstechnisch kein ganzer freier Tag mehr drin, ein Vormittag allerdings ließ sich machen. War nur die Frage was für eine Tour macht man denn so an einem Vormittag, und zwar so dass man Mittag wieder in Traunreut ist, bestenfalls noch solange die Kantine auf hat.

Kurz überlegt: Na klar, die Hochkalter Überschreitung.

Somit gings heute morgen um kurz vor halb 6 von Siegsdorf in Richtung Ramsau. Am Parkplatz Seeklause stellten wir beide fest dass niemand Kleingeld dabei hat um die (unverschämten) 5 Euro Parkgebühr zu bezahlen. Hmm, was machen? Strafzettel riskieren? Lieber nicht, am Parkplatz 300 Meter weiter vorne haben wir doch vorhin schon Wanderer gesehen, vielleicht können die ja wechseln.

Also kurzerhand zurückgefahren und den ersten Menschen gebeten uns 5 Euro zu wechseln. So ganz wollte er unser Problem nicht verstehen und meinte nur „Warum parkts es denn ned do, do kosts nix?!“
Gute Frage, das machen wir dann auch und freuen uns über 5 Euro die wir gespart haben.

Nach kurzem Packen geht es schließlich um 06.08 Uhr los. Zuerst laufen wir noch, stellen aber schnell fest, dass dafür die Beine heute zu schwer sind. Wir wechseln zu (sehr) schnellem Gehen über und erreichen inklusive Abkürzer die Blaueishütte schweißgebadet nach 1 Stunde 2 Minuten. Die 2 Minuten waren einer kurzen Verwirrung geschuldet, nachdem wir nach dem Abkürzer wieder die Forststraße erreicht haben und nicht so recht wussten ob es links oder rechts weiter geht. (rechts stimmt)


Ein Zweiter Kaffee und ein kleines Päuschen wären jetzt gerade recht, aber bei dem straffen Zeitplan ist das heute leider nicht drin. Wir folgen gleich den Schildern Richtung Hochkalter und mühen uns über Schotter hinauf zum Wandfuß des schönen Flecks.
Endlich fester Fels, jetzt beginnt der schöne Teil der Tour!

Feinste Ier Kraxelei bringt uns in wenigen Minuten zum schönen Fleck hinauf. Natürlich heißt es aber auch hier Vorsicht. Ein Stolperer kann fatal sein, aber sicheres Gehen in diesem Gelände sollte auf dieser Tour ein absolutes Muss sein!


Ab jetzt geht es mal am Grat, meist rechts davon in Gehgelände, stellenweise mit ein paar Ier Stellen durchsetzt, weiter.
Ein bisschen müssen wir zwar jetzt dem hohen Anfangstepo Tribut zollen, aber kommen immer noch gut voran und erreichen nach insgesamt 2 Stunden die sogenannte Schlüsselstelle der Tour, ein ca. 10 Meter hohes Wändchen, das es im Zweiten Schwierigkeitsgrad zu durchklettern gilt. Dank der guten Griffe und den Markierungen die einen durch die Wand führen stellt die Schlüsselstelle aber kein all zu großes Problem dar.


Danach geht es weiter über den Kleinkalter in Richtung Hochkalter. Wir sind hier oben heute ganz alleine, die letzten Wanderer haben wir am schönen Fleck überholt. Die Tiefblicke vom Grat ins Blaueis machen diese Tour zu einer absoluten Traumtour.
Wir kommen zügig voran und stehen nach ein paar weitern leichten Kraxelstellen nach etwa 2 Stunden 38 Minuten auf dem 2607 Meter hohen Hochkalter.
Wir gönnen uns jetzt eine kleine Pause und genießen die phänomenale Aussicht. So viel Zeit muss sein!


Zu lange halten wir uns allerdings nicht auf, nach 10 Minuten machen wir uns an den Abstieg. Allerdings drosseln wir jetzt das Tempo für die nächste halbe Stunde. Stolpern sollte man im Abstieg auch nicht und das feine Geröll auf festem Untergrund fordert höchste Konzentration.
Im gewaltigen Ofental wird das Gelände langsam wieder laufbar und wir liefern uns ein Wettrennen mit einem ganzen Rudel Gamsen, was wir knapp verlieren.


Schön langsam wird die Vegetation wieder grüner und aus den schottrigen Wegen werden richtig lässige Trails. Wir geben jetzt nochmal richtig Gas und erreichen auch schon bald die Hirschbichlstraße. Die letzten 3,5 Kilometer laufen wir in 17 Minuten und so kommen wir mit einer Gesamtzeit von 4 Stunden und 20 Minuten (Gipfelpause abgezogen), ganz gut bedient zum Auto zurück.

Nach einem kurzen Duschstop in Siegsdorf sitzen wir um 12.20 Uhr bei alkoholfreiem Bier und Spaghetti Carbonara in der Kantine und freuen uns richtig auf den bevorstehenden Arbeitsnachmittag 🙂

Distanz/Zeit/Höhenmeter: ca. 19 km, ca. 4:20 h, ca. 2000

Fazit: Geht scho wos, an so am Vormittag.


7 Gedanken zu “Hochkalter Überschreitung oder wieviel geht an einem Gleitvormittag

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