Königssee-Umrundung die Erste

Krass, genial, awesome, legendary….nur einige der Adjektive die man auf uptothetop findet, wenn es um die Königssee-Umrundung geht. Und wenn der Steve von einer Tour so schwärmt, dann muss da auf jeden Fall was dran sein!
Deshalb stand die Tour heuer ganz weit oben auf unserer To-Do-Liste.
Bei der Königssee-Umrundung gibt es natürlich unzählige Varianten und Erweiterungsmöglichkeiten. Aber man soll ja klein anfangen und somit versuchten wir uns heute an der kürzesten und direktesten Variante, die einen am Ostufer entlang immer in Ufernähe bis nach Salet führt. Von dort aus geht es über einen Steig weiter bis nach St. Bartholomä, und über den Rinnkendlsteig und Kühroint zurück zum Königssee.

Der Wetterbericht meldete heute herbstliches Kaiserwetter mit Hochnebel am Vormittag. Und da dieser Hochnebel sich am Königssee gerne mal länger hält, hatten wir keine große Eile und starteten um ca 10.15 Uhr, in dichter Nebelsuppe, am Königsseeparkplatz.
Da die Wegfindung ja relativ schwierig sein soll, hatten wir uns einen GPS-Track beim Tourenplaner von Outdooractive zusammen geklickt und auf die Uhr geladen.

Vom Parkplatz laufen wir am linken Seeufer entlang Richtung Malerwinkel, bis wir auf ein Schild Kein versicherter Steig! Lebensgefahr! stoßen. Wir wussten, hier gehts los, wir müssen gerade aus weiter. Gleich nach ein paar Minuten kommt man schon an die „Schlüsselstelle“ des Ostufers: Man muss 20 Meter über wacklige Steine balancieren. Wer hier das Geichgewicht verliert darf die nächsten 20 Kilometer mit nassen Füßen laufen, auch nicht schön.

Nachdem wir diese Passage gemeistert haben, werden die Wege fast durchwegs laufbar und machen ordentlich Spaß. Wir laufen immer am Seeufer oder etwas oberhalb und können die Blicke auf St. Bartholomä und die unten vorbei fahrenden Schiffe genießen, und das alles ganz alleine, ohne eine Menschenseele weit und breit, ein Traum!
Bei einer kurzen Um-/Ausziehpause gegenüber der Echowand haben wir das Glück dass direkt ein Schiff hält und zu trompeten beginnt. Irgendwie toll das aus diesem ungewohnten Blickwinkel zu sehen und zu hören.
Ich krame noch schnell mein Handy heraus um das Spektakel in einem Video festzuhalten, muss allerdings zu Hause feststellen, dass ich wohl falsch gedrückt hab und in einer Minute Handy still halten, nur ein Foto zu Stande gebracht habe. Deshalb an dieser Stelle ein Foto, ohne Echo…
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Kurze Zeit später gelangen wir auf die Lichtung der Bedarfs-Haltestelle Kessel. Hier führt ein Steig hinauf zur Gotzentalalm. Wir allerdings, suchen wieder nach einem Hinweis auf Lebensgefahr und folgen direkt bei diesem, dem nach wie vor gut zu erkennenden Trail. Der Weg wird jetzt manachmal etwas schmaler und es geht mal unten, mal oben rum an umgefallenen Bäumen vorbei. Trotzdem ist der Weg oft gut laufbar und besser zu erkennen als wir dachten.
Eine kleine Kletterpassage überwindend und vorbei am Reitl, treffen wir nach ca. 45 Minuten auf den Kaunersteig, dem man jetzt als Variante nach oben Richtung Gotzenalm folgen könnte. Aber da wir ja heute die direkteste Umrundung vorhaben, folgen wir dem Weg geradeaus  weiter.
10 Minuten später erreichen wir Salet, wo wir dank des Winterfahrplans heute ganz alleine sind. Hier hinten ist alles verriegelt, aufgeräumt, eingepackt und winterfest gemacht. Das, die absolute Stille und die sich durch den Nebel kämpfende Sonne sorgen für eine ganz besondere Stimmung. So etwas kann man einfach nur da erleben wo einen die Füße hintragen und kein Schiff hinbringt, sehr toll.
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Wir laufen jetzt beim Rennerkaser rechts über die Kuhweide und können schon bald einen gut erkennbaren Pfad ausmachen, der immer wieder mit Steinmännern markiert ist und uns 300 Höhenmeter lang steil nach oben führt. Nach etwa einer halben Stunde treffen wir auf den Wanderweg der von der Saugasse, bzw vom Trischübel herab in Richtung Bartholomä führt.
Jetzt treffen wir auch das erste mal seit 2,5 Stunden wieder auf Wanderer und je weiter man hinunterläuft, fotografierende Asiaten. Aber wie kann man es angesichts dieser atemberaubenden Aussichten jemanden verübeln…
In St. Bartholomä ist man dann komplett im Touristentroubel angekommen. Da sich aber mittlerweile die Sonne durchgekämpft hat müssen wir uns die nächsten 10 Minuten unter alle Touristen mischen und ein Foto nach dem anderen knipsen, geht hier einfach nicht anders!
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Wir laufen jetzt am Seeufer weiter und keine 5 Minuten später hat man die ganzen Massen hinter sicher gelassen und wir beginnen, wieder in völliger Einsamkeit,  den schweißtreibenden und steilen Anstieg zum Rinnkendlsteig.
Immer wieder tun sich atemberaubende Tiefblicke auf den Königssee und St. Bartholomä auf. Vor lauter Schauen und Fotografieren sollte man sich allerdings trotzdem gut konzentrieren. Ein Stolperer kann hier, wie einige Gedenktafeln zeigen, fatale Folgen haben!
Der obere Teil des Rinnkendlsteigs ist wunderschön angelegt und mit Leitern und Stahlseilen versichert. Schade dass dieser Teil nicht länger dauert…

Nach ca einer Stunde treffen wir auf eine Weggabelung. Links führt der Weg weiter in Richtung Kühroint, rechts in 5 Minuten zum Aussichtspunkt Archenkanzel. Diesen minimalen Umweg sollte man auf jeden Fall in Kauf nehmen, die Tiefblicke auf den See sind einmalig.
Nach wiederum vielen Fotos und einer kurzen Pause machen wir uns auf den Weg zur Kührointalm. Hier finden wir zum Glück beim Bundespolizei Trainingszentrum, nachdem uns der Rinnkendlsteig trocken gelegt hat, noch einen laufenden Brunnen.
Frisch gestärkt folgen wir jetzt dem Wanderweg hinab Richtung Königssee und gelangen so, vorbei an der Bobbahn, in etwa 30 Minuten zurück zum Parkplatz.

Distanz/Zeit/Höhenmeter: ca. 24,5 km, ca. 5 h, ca. 1620

Fazit: Mir kemman wieder, aber sowas von sicher!


10 Gedanken zu “Königssee-Umrundung die Erste

  1. Yes…geniale Runde, auch wenn ich den Uferweg nicht mehr mag und lieber obenrum laufe.
    Schade das wir uns nicht begegnet sind, wäre bestimmt eine geile Sache gewesen…Zufälle gibt’s! 😉

    Es gibt von der Archenkanzel noch einen direkten Abstieg Richtung Bob- und Rodelbahn. Wenn man den noch mitnimmt, dann hat man den See auf der kürzest möglichen Route umrundet.
    Der letzte Abschnitt ist mir aber auch vollkommen unbekannt. Man müsste den Weg wohl erst mal von unten laufen um ihn dann später im Abstieg zu finden.

    Viele Grüße aus Bad Reichenhall

    Steve

    P.S.: Ich kann das Echo auf dem Bild hören 😉

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  2. Hi Steve,
    ja schade, dass ich dich nicht gefragt hab.

    Obenrum steht jetzt ganz oben auf dem Plan! 🙂
    Der Weg unten am See ist aber in erstaunlich gutem Zustand!
    Das Gebiet generell ist der Wahnsinn!

    Dass es da noch einen Weg geben soll war uns bisher gar nicht bekannt. Das sollte mal erkundet werden!

    Viele Grüße
    Markus

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  3. Griaß Eich!
    Tolle Runde habt Ihr da gemacht!
    Hab gar nicht gewusst, dass man die Königseeumrundung mit so wenigen Kilomteren zustande bekommt. Aber das liegt wohl daran, dass ich die immer beim Steve sehe/nachlese und er ja meist eine höhere Variante läuft.
    Die Runde, in welcher Variante auch immer steht bei mir auf alle Fälle auch ganz oben auf der Liste!
    Danke für den schönen Bericht!
    Gruß aus dem Innviertel
    Andi

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    1. Servus Andi!
      Varianten gibts ja auf jeden Fall genügend! Mal schaun ob nach diesem Wochenende huer noch was geht…
      Aber läuft ja nix davon 😉
      Viel Grüße ausm Chiemgau
      Simon

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  4. Heyho!
    Eure Beschreibung bzgl. der ,,einfachen“ Königsseeumrundung ist super – ich hätte jedoch mehr Bedacht auf euren ,,zweiten Hinweis auf Lebensgefahr“ geben sollen 😉
    Gestern lief ich nach eurer Beschreibung; nahm jedoch noch die Gotzenalm mit. Naja, ein paar HM und KM mehr sind manchmal auch nicht verkehrt 😉
    Tolle Homepage im Übrigen und vielleicht sieht man sich bald nochmal im BGL bei einem Läufchen

    VG,

    Sarah

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    1. Hey Sarah,
      Danke dir, freut uns wenn jemandem unsere Tourenbeschreibungen weiterhelfen 😉
      Oha, da hast wohl gleich nochmal 1000hm drauf gepackt, aber wie du schon sagst, schadet ja ned 😀
      VG
      Simon

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  5. Griaß Eich!
    Tolle Runde habt Ihr da gemacht!
    Hab gar nicht gewusst, dass man die Königseeumrundung mit so wenigen Kilomteren zustande bekommt. Ich habe vor die Tour wie ihr vom Parkplatz dem Ostufer entlang bis Salett und weiter nach St. Bartholomä zurück vielleicht mit dem Schiff oder über den Rinnkendelsteig.
    Hast du vielleicht GPS Daten von der Tour da wäre ich sehr dankbar dafür.
    Lg. Hermann

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