Thorauschneid – Nesslauer Schneid

Wer im Hochfellngebiet bisher nur auf dem 1664 m hohen Hauptgipfel war, der hat definitiv was verpasst. Nach Süd-Osten verläuft der Hochfelln in 4 Schneiden Richtung Ruhpolding: Strohnschneid, Thorauschneid, Nesslauer Schneid, Haaralmschneid.
Und jede dieser Schneiden hat schmale Trails und einsame Gipfel im Angebot.
Hatten wir letztes Jahr im Dezember die Haaralmschneid und die Strohnschneid abgehakt, standen ein Jahr später immer noch die Thorau- und die Nesslauer Schneid auf der To-Do-Liste.
Startpunkt war heuer genau wie letztes Jahr, der Parkplatz kurz vor Brand, an der Glockenschmiede.
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Es gibt zwar einen Weg, der 2/3 der Strecke zu den Thoraualmen, parallel zum Thoraubach im Wald verläuft, da wir diesen aber erst vor kurzem gelaufen sind, entscheiden wir uns heute für die Forststraße, die kennen wir noch nicht.
Wir laufen an der Glockenschmiede vorbei und es dauert nicht lange bis die Forststraße an Steigung zulegt. Das wars mit gemütlichem Warmlaufen, für die nächsten 3 Kilometer und ca. 400 Höhenmeter wird das nicht mehr anders.
Kurz nachdem der Weg flacher wird und wir das Almgelände erreichen, sehen wir Fußspuren und einen Steig, der nach rechts über die Weide in den Wald führt. Da wir eigentlich nur wissen dass wir irgendwie auf die Schneid müssen, denken wir uns „Schau ma hoid a moi“ und folgen dem Weg. Doch nach ungefähr 10 Minuten erkennen wir weder Fußspuren, noch einen Weg. Und da das Gelände über uns auch nicht sonderlich zugänglich aussieht, beschließen wir umzukehren.
Kurz vor den Thoraualmen erkennen wir, dass der Gipfel den wir als Erstes erreichen wollten, wohl nur ein Klettergipfel ist und somit das Umkehren nicht die schlechteste Entscheidung war.
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Der Gipfel der Thorauschneid sieht eindeutig leichter zu erreichen aus und wir verlassen bei den Almen die Forststraße und steigen nach rechts steil und weglos in Richtung Gipfelkreuz auf.
Nach etwa 15 Minuten treffen wir auf einen kleinen Steig der uns leicht ausgesetzt zum Gipfel der Thorauschneid führt.

Sehr einladend ist das Wetter bis jetzt nicht und wir machen uns nach einer kurzen Verschnaufpause an den Abstieg. Wir folgen dem Pfad nach unten und als sich dieser in der Weide verläuft steigen wir weglos zu den Almen ab.
Zuerst folgen wir den Schildern Richtung Eschelmoos und dann links in Richtung Nesslauer Alm. Ab hier müssen wir durch teilweise 20 cm tiefen Schnee spuren und sind ganz froh dass wir in etwa wissen wo der Weg verläuft.
Wir queren die Ostflanken des Weißgrabenkopfes und des Gröhrkopfes bis wir auf einen Sattel zwischen Nesslauer Schneid und Gröhrkopf gelangen.
Noch vor 45 Minuten überlegten wir bei Graupelschauern und saukaltem Wind wie weit wir heute bei so einem Wetter überhaupt laufen wollen. Jetzt allerdings stellt sich diese Frage nicht mehr. Bei strahlendem Sonnenschein und angenehmen Temperaturen ist klar dass wir die Nesslauer Schneid auch noch mitnehmen.


Etwa 20 Minuten zieht sich der Weg wunderschön entlang  der Schneid bis wir das Gipfelkreuz mit seinem Brotzeitbankerl erreichen.
Bei so einem Kaiserwetter lässt es sich zwar im Chiemgau auf jedem Berg ganz gut aushalten, aber der Gipfel der Nesslauer Schneid ist schon ein ganz besonders schönes Fleckerl!
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Auch wenn es von den Thoraualmen aus so aussieht als wäre ein Weiterkommen auf der Schneid nur schwer möglich, so folgen wir trotzdem dem recht gut erkennbaren Steig weiter in Richtung Osten.
Der Weg schlängelt sich traumhaft mal links, mal rechts von der Schneid durch das zerklüftete Gelände. Wir wissen zwar nicht so recht wo der Steig hinführt, aber da Fußspuren in entgegengesetzer Richtung hinauf führen, werden wir schon irgendwo hinkommen. An einer Verzweigung halten wir uns rechts. Geradeaus ist der Weg mit Stecken versperrt, hier geht es wohl weiter Richtung Kemei-Kopf. Das ist uns aber erst im Nachhinein klar geworden. Egal, wir waren hier sicher nicht das letzte mal!

Nach gut einer halben Stunde kommen wir wieder zu einer Abzweigung. Rechts geht es wohl hinab in Richtung Brand, wir wollen aber noch auf der Schneid bleiben und laufen geradeaus weiter. Wie sich herausstellt, die goldrichtige Entscheidung: 10 Minuten später stehen wir schon wieder auf einem unbekannten Gipfel, dem Brandkopf.
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Es sieht zwar so aus als ginge hier der Weg noch in Richtung Brand oder Glockenschmiede weiter, uns fehlt aber heute leider die Zeit das zu testen.
Wir laufen also zurück zur letzten Weggabelung, biegen nach links ab und gelangen in 10 Minuten zum Gasthof Brand und über die Straße und einen Fußweg in weiteren 10 Minuten zum Ausgangspunkt zurück.

Distanz/Zeit/Höhenmeter: ca. 16 km, ca. 3:30 h, ca. 1300

Fazit: Bis boid Nesslauer Schneid!


2 Gedanken zu “Thorauschneid – Nesslauer Schneid

  1. Wow, pornöser Trailwahnsinn…geile Runde!
    Chiemgau, da muss ich hin…unbedingt!

    Kommt gut ins neue Jahr Jungs!
    Wir sehen uns auch nächstes Jahr wieder auf den Trails…vorzugsweise auch endlich mal bei euch in der Ecke! 😉

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    1. Servus Steve!
      Allerdings unbedingt! Das wär auf jeden Fall ne Runde die dir gefallen würde, sollten wir uns vormerken für nächstes Jahr…rutsch gut rüber und bis nöchstes Jahr baldmöglichst mal im Chiemgau 😉

      Gefällt 1 Person

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