Lattengebirge – Extended Version

Mit dem Lattengebirge hatte Markus  ja noch eine Rechnung offen, siehe THE WITCHES´ TITTY und noch viel mehr und Simon konnte damals Erkältungsbedingt nicht mit von der Partie sein. So war es nun an der Zeit, hinter diesen Eintrag in unserer To-Do-Liste einen Haken zu setzen.
Bereits letzte Woche studierten wir den Wetterbericht. Der Dienstag erschien uns als optimal für eine etwas ausgedehntere Tour. So nahmen wir uns kurzerhand Urlaub, um das Lattengebirge mal so richtig zu beackern :-).
Diese Entscheidung sollte sich als goldrichtig erweisen. Meist wunderschönes, nicht zu heißes Wetter begleitete uns den ganzen Tag. Und da es sich um einen Werktag handelte war, bis auf das Terrain um die Bergbahn herum, absolute Bergidylle angesagt.

Als Startpunkt diente, wie bei Markus erster Unternehmung, wieder der kleine Wanderparkplatz bei Hallthurm. Auch der Weg bis zum Karkopf, der höchsten Erhebung (1738m) des gesamten Lattengebirges, sollte der gleiche sein.
So war dieser Teil der Strecke sehr einfach und vorm verlaufen mussten wir dieses mal vorerst keine Angst haben.

Erstes Ziel war demnach der Busen der Hexe (Signalkopf, Mittlere Rotofenspitze, auch Bayerischer Löwe wird er teilweise genannt, warum auch immer?, 1396m).
Von hier aus hat man ein unglaubliches 360° Panorama. Nach Norden und Osten (von links): Zwiesel, Fuderheuberg, Hochstaufen, Bad Reichenhall, Salzburger Land,…und nach Süden Watzmann, Hochkalter, Hohes Brett, Hoher Göll, Jenner, um nur einige zu nennen.

Nach einer kurzen Pause ging es weiter zur Steinernen Agnes, einer bizarren Felsformation, die einer Sage nach eine versteinerte, gottesfürchtige und keusche Sennerin darstellen soll.

Weiter den wunderschönen Trails folgend stand nun, nach ca. 5,7 km, wieder ein etwas anstrengenderer Aufstieg zum zweiten Gipfel des Tages, dem Dreisesselberg (1664m) an.
Hier erfuhren wir von einem freundlichen Wanderer, dass unser geplanter Weg hinter der Schlegelalm hinunter zum Spechtenkopf, wegen Bau eines Kanals für das Hotel an der Bergstation und die Alm, seit kurzem gesperrt ist. Dazu später mehr.
Von hier aus nur einen Katzensprung entfernt die, wie bereits erwähnt, höchste Erhebung des Lattengebirges und am heutigen Tag unser dritter Gipfel, der Karkopf (1738m). Auch hier wieder sensationelle Aussicht auf die Berchtesgadener Alpen.

Wer den Weg bis hierher etwas detailierter benötigt, den bitten wir unseren Bericht, THE WITCHES´ TITTY und noch viel mehr, vom Dezember letzten Jahres durchzulesen.

Jetzt war es erst einmal vorbei mit dem bekannten Terrain. So folgten wir einem kleinen Pfad in Richtung Törlkopf (1704m), desen Erhebung man vom Karkopf aus sehr gut sehen kann. Der Pfad startet sehr gut sichtbar etwas rechts vom Gipfel gelegen. Nach ca. 1 km erreichten wir über etwas nassem Weg, der sich mit Felsen und Wiese abwechselte, einen kleinen Abzweig linker Hand, der leicht zu übersehen ist. Nach kurzem, aber knackigem Aufstieg wird man durch einen sehr hübschen Gipfel, mit eisernem Gipfelkreuz, entlohnt. Von dieser Stelle aus auch ein recht herzliches Vergelt´s Gott an den edlen Spender der Gletscher Prise. Den Snus haben wir dankend abgelehnt.

Nach kurzer Schnupfpause verließen wir auch unseren vierten Gipfel für heute und folgten für ca. 650 m dem Weg, den wir gekommen sind. An der Gabelung nahmen wir den linken Pfad, der uns schließlich wieder ans Wegkreuz in der Nähe des Karkopfes führte. Da es sich hier, dank der Seilbahn, um ein sehr gut besuchtes Fleckchen Lattengebirge handelt, muss man ab hier vorerst nur den Wegweisern Richtung Hochschlegel, Predigtstuhl folgen.

Unseren fünften Gipfel, den Hochschlegel (1688m) erreichten wir bereits nach ca. 10 min. Dank fehlender Einsamkeit machten wir uns sehr schnell auf den Weg zu unseren sechsten Gipfel, dem Predigtstuhl (1613m).

Diesen hatte Markus ja letztens Übersehen, als er fluchtartig dem Waxriessteig folgte. Die offene Rechnung ist somit, ca. ein halbes Jahr später, beglichen und Markus ist auch endlich wieder im reinen mit dem Lattengebirge.

Das Ziel waren heute jedoch noch ein paar andere Schmankerl und so sollte der Weg ja heute nicht hinunter nach Bad Reichenhall, sondern wie bereits erwähnt hinunter zum Spechtenkopf folgen.
Dieser startet direkt hinter der Schlegelalm. Da die Bauarbeiter oben bereits mit Spinnenartigen Maschinen am Gange waren und den Weg knapp dahinter mit einer Absperrung verziert hatten, fragten wir einen der Arbeiter, ob wir den Weg heute ausnahmsweise noch benutzen dürfen. Die Aussage war: „Na gut, heute aber zum letzten Mal“, in gepflegtem österreicherisch. Vor lauter Freude zapften wir erstmal noch a Alk-freihes WB für stolze 4,20 an der Schlegelalm.

Der Tag war bereits relativ weit fortgeschritten und so hieß es jetzt Gas geben. Schließlich sollten, laut unseren Berechnungen, noch ca. 12 km und rund 1000 hm zu bewältigen sein. Mit frischem Weißbier intus lief es sich vorerst auch wieder recht entspannt.
So war es nur Formsache bis wir unseren siebten Gipfel für heute, den Spechtenkopf (1285m), erreichten.

Der Weg führt hier direkt entlang und folgt weiter bergabwärts gleich links am Kreuz vorbei. Durchgehend schlängeln sich, seit bereits über 14 km, wunderschöne Pfade über das gesamte Bergmassiv. Und der weitere Weg wurde nochmal so richtig spektakulär.

Nach ca. 700 m hieß es rechts halten, um schließlich auch den Dötzenkopf (1001m), unseren achten Gipfel, mitzunehmen. Nach ca. 25 min war auch der berühmte Dötzi erreicht, der einen herrlichen Ausblick auf Bad Reichenhall bietet.

Unser Weg führte weiter hinunter Richtung Bayerisch Gmain. Nach ca. 15 min erreichten wir den Wappbachkopf (750m) einen kleinen Aussichtspunkt.
Die Wegfindung ab hier war, wegen teilweise etwas verwirrender Beschilderung, nun nicht mehr so einfach. Da wir einen GPS-Track hatten konnten wir ein Verlaufen weitgehend vermeiden. Im Prinzip muss man sich meist rechts halten. Nur der ersten Beschilderung zur Hochplatte sollte man nicht blindlings folgen, sondern erst dem kleinen Pfad, der ein paar 100 m weiter unten nach rechts abzweigt.
So folgten wir diesen (durch Ww gekennzeichnet), um nochmal ordentlich hm zu sammeln. Nach ca. 18 zurückgelegten Kilometern gar nicht mehr so einfach. Und dann wurden wir auch noch von der Hochplatte (911m) enttäuscht. Nur ein Paar Bänke, jedoch kein Gipfelkreuz. Also zählt dies auch nicht als neunter Gipfel.
Diesen erreichten wir letztendlich nach einem weiteren Aufstieg. Den Lattenberg (1080m), so heißt er zumindest auf der Karte. Auf dem Kreuz wird er als Lattenbergstoa bezeichnet, unser neunter und letzter Gipfel für heute.

Nun wollten wir einfach nur noch zurück nach Hallthurm, obwohl die Wege weiterhin wunderschön waren.
Jedoch nach ca. 20km und 2200hm freut man sich auch auf das Ende der Tour. Dieses erreichten wir nach ca. 25km und 2500hm.

Alternativ kann, wer sich die Strapazen und die zusätzlichen Höhenmeter sparen will, am Dötzenkopf Richtung Bayerisch Gmain absteigen und dem Maisrundweg nach Hallthurm folgen.

Distanz/Zeit in Bewegung, ohne Pausen/Höhenmeter: ca. 25 km, ca. 5 h 55 min, ca. 2550

Fazit: Hammer Trails und keine Forststraßen weit und breit! Definitiv empfehlenswert!

GPS-Track: Lattengebirge – Extended Version

Hinweis:
 Vom 04. Juli bis 30. September 2016 ist der Wanderweg
von den Spechtenköpfen bis zur Schleglmulde vollständig gesperrt!
Ab dem 11.07. wird bis voraussichtlich 30.09.2016 der Wegbereich vom Festplatz bis zu den Spechtenköpfen jeweils von Montag bis Freitag vollständig gesperrt!
An den Wochenenden ist der Weg frei begehbar.
Grund für diese Sperrungen sind Bauarbeiten für einen Abwasserkanal der Predigtstuhlbahn.

Über Hinweise zu fehlerhaften Bezeichnungen der Berge, Orte usw. würden wir uns freuen. Trotz sorgfältiger Recherche ist es schwierig hier keine Fehler zu machen. Vielen Dank!

 


3 Gedanken zu “Lattengebirge – Extended Version

  1. Vielen Dank Steve!

    Außerdem noch nachträglich herzlichen Glückwunsch in zweierlei Hinsicht! 😉
    Riesen Respekt vor Deiner Leistung und Deiner saucoolen Idee mit dem Antrag!

    Viele Grüße
    Markus

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